Gelaendewagen 4x4 Club Ossa4x4 Club Ossa – einst in Geithain auf hohem Stand

Abbau und Verarbeitung von Kalk hatte in der Region Geithain/Tautenhain eine Jahrhunderte währende Tradition. Das wohl älteste Dokument zum Kalkabbau existiert für Tautenhain. In einem Schreiben vom 7. März 1396 zum Wiederaufbau des Eilenburger Schlosses durch Markgraf Wilhelm I. heißt es:  „Calk zu dem gemure, den man holte zu Tutenhyn.“ Rund 600 Jahre später schob die blaue Diesellok den letzten mit rötlichem Ton beladenen Zug in das Geithainer Ziegelwerk. Seit 1990 wird in Geithain kein Kalk und kein Ziegel mehr gebrannt. Die Kalkgruben in der Tautenhainer Flur wurden noch viel eher aufgegeben. Spuren in der Landschaft sind die „Kalklöcher“ mit den daneben befindlichen, inzwischen bewaldeten, Abraumbergen. Fährt man  von Geithain nach Tautenhain ist rechts der Damm der ehemaligen Feldbahn (Bau 1905) nicht zu übersehen. Vor dem Abzweig nach Ottenhain auf der linken Seite sind Reste des 1937 von Kretzschmar errichteten Niederschachtofens für Düngekalk erkennbar. Ebenfalls links der Straße befanden sich die Gruben der Firma August Lehmann. Rechts der Straße existierte noch bis Ende der 1980er Jahre eine große Abbaugrube. Bis zuletzt diente sie als „wilde Deponie“. Bald verfüllt, wird sie heute landwirtschaftlich genutzt.  Das Gelände links der Straße wurde nicht verfüllt und dem Wirken der Natur überlassen. Vieles ist überwuchert, Sümpfe und kleine Seen sowie überwachsene Abraumberge prägen das Gesicht der Landschaft. Einen Teil des Geländes pachtete bald nach 1990 der Verein „4x4 Club Ossa e.V.“ Es war eine weitsichtige Entscheidung, wie sich jüngst beim Stadtfest im Juni  wieder einmal zeigte. Zur Veranstaltung des Vereins kamen Hunderte von Besuchern  aus Nah und Fern mit ihren Geländewagen und Quads, aber zum großen Teil auch „mit Kind und Kegel“! Die Veranstaltungen des Vereins wurden von Jahr zu Jahr beliebter und sind ein Beispiel für gelungene Nutzung scheinbar nutzlosen Geländes. Die Videos auf der homepage des Vereins (www.4x4clubossa.de) erklären, warum das Fahren im Gelände den Aktiven Spaß macht und warum so viele Zuschauer angelockt werden. Ein zweites Beispiel ist der Feldbahndamm parallel zur Straße bis zum Abzweig Ottenhain. Neben den in den letzten Jahren angelegten Radwegen in und um Geithain, soll der Feldbahndamm ebenfalls  zu einem Radweg ausgebaut werden.  Mit seinem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

alte Henschel Dampflok Maerz 1963Archiv GSenfBild 1: Die alte Henschel-Dampflok März 1963 auf ihrer letzten Fahrt. Sie wurde abgelöst durch eine Babelsberger Diesellok

 

 

 

Loeffelbagger beim Beladen mit Kalkstein oder TonArchiv GSenfBild 2: Löffelbagger  beim Beladen der Wagen mit Kalkstein bzw. rötlichem Ton

 

 

 

Beitrag für August 2022
Geithain im 20. Jahrhundert
von Dr. Gottfried Senf
Das 20. Jahrhundert mit seinen Zäsuren 1918, 1933, 1945 und 1989/90 ist in Familiengesprächen weitaus präsenter als weit in der Stadtvergangenheit zurückliegende Themen. Seit Februar 2019 erscheinen in loser Folge auf der Homepage und im Amtsblatt Beiträge zur Geithainer Zeitgeschichte. Hinweise, Ergänzungen oder Fragen zu den Quellen bitte über E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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