Geihain Suedseite um1925MarioKers2020{Play}Parken wir das Auto vor dem Stadttor und wandern die Eula aufwärts bis zum Übergang nach Wickershain.
Dem Parkplatz - ein wichtiger Zugang zur Innenstadt von Westen her - mussten vor vielen Jahren zwei baufällige Bauerngüter im Altdorf weichen. {Play} Die Gegend  um die Dammmühle mit Restaurant, Arztpraxis und neuen Wohnhäusern hat eine bedeutende Aufwertung erfahren. Neu-Geithainer können kaum glauben, dass diese noch bis Mitte des vorigen Jahrhunderts als nicht gerade vornehme Geithainer Wohnlage galt. Der Jahrhunderte alte Baderteich erstreckte sich einstmals vom Damm und der Mühle im Westen immer parallel zur  Stadtmauer bis zur Bruchheimer Straße im Osten. Und auch weiter östlich nach Wickershain zu war im Mittelalter der Oberfürstenteich viel größer als heute. 1867 begann man mit der Trockenlegung des Baderteiches, der Feldweg unterhalb der Stadtmauer wurde zur beliebten Promenade mit ihren Kastanien. Auf dem Gelände des Baderteiches entstand seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kleingartenanlage, jedoch ohne die in späterer Zeit üblichen Gartenlauben. Die Kastanien mussten vor einigen Jahren bis auf wenige aus Altersgründen gefällt werden. Die Kleingärtner litten, besonders in den letzten Jahren, wiederholt an Überschwemmungen der Eula-Aue. Die Promenade ist durch Anpflanzen neuer Bäume wiedererstanden. Der ursprüngliche Baderteich und die bald 100 Jahre betriebene Kleingartenanlage wichen einer natürlichen Überschwemmungsfläche der Eula. Auf bequemen Sitz- und Liegebänken  kann der Blick frei schweifen auf die Kirche St. Nikolai und die jüngst aufwendig restaurierte Stadtmauer. Der Wanderer von heute erfreut sich vielleicht an dem Treiben der Dohlen auf den Kirchtürmen. Ein Herr R. Veit schrieb in einem Gedicht aus den 1920er Jahren: „Auf der kleinen Brücke, die aus Stein gebaut, hab ich oft gestanden und dem Wasser nachgeschaut“. Die Südseite Geithains ist wieder attraktiv für Alt und Jung. Die ganz jungen Geithainer können bald auf der ebenfalls jüngst entstandenen Biker-Anlage ihre Geschicklichkeit  messen. Der Weg entlang des Ostteils der Stadtmauer mit Blick auf das Stadion und dahinter auf den seit den 1970ern entstandenen Eigenheimstandort ist nicht weniger reizvoll. Die Stadtmauer hier wurde im Zusammenhang mit der 800-Jahrfeier Geithains 1986 renoviert. Mit dem Stadionnamen „Henning Frenzel“ wird gleichzeitig auch an Glanzzeiten des Geithainer Fußballs mit „Trommer-Lecke“ und „Schulzen-Icke“ erinnert. Das Gebäude am östlichen Rand des Stadions mit seiner wechselvollen Nutzung (HJ-Heim, Station Junger Techniker, Schulhort, Jugendtreff einer Leipziger Kindervereinigung e.V. ...) verkörpert über 80 Jahre Geithainer Stadtgeschichte. Der Eula folgend, überqueren wir die Bruchheimer Straße zum Oberfürstenteich. Im Volksmund auch Katzenteich genannt, erschien der Name „Kaiser-Wilhelm-Bad“ für das 1912 errichtete erste Freibad Geithains doch etwas hochtrabend. Der Name wurde nach 1918 nicht mehr verwendet. Oberhalb des Teiches entstand 1969 das heute noch beliebte Geithainer Freibad. Aus dem ehemaligen Hartplatz entstand ein moderner Ballspielplatz mit Kunstrasen. Der Wanderer lasse sich hier etwas Zeit zum Nachdenken, vielleicht nach einem kühlen Bad. Gelingt das große Zukunftsprojekt „Biothermalpark Geithain“, wird es in einigen Jahren hier anders aussehen. Die Informationsveranstaltung letztens im Bürgerhaus bot allen Geithainern die Möglichkeit, sowohl die Vision als auch die realen Probleme mit der Antragstellung zur Gewährung von Fördermitteln zu erfahren. Was auch die weitere Entwicklung bringen mag. Das Projekt würde die bisherige Entwicklung „Geithain – die Wohnstadt, die Schulstadt und die Stadt der Erholung und des Tourismus – mit ihrer idealen Lage und idealen Verkehrsverbindungen zwischen Leipzig und Chemnitz in sinnvoller Weise fortführen. Der Zeitplan des Projektes nennt 2025 als Eröffnungstermin. Vielleicht gibt es   dann sogar ein Doppeljubiläum. Die Paul-Guenther-Schule wurde 1925 eingeweiht. Die damit verbundene 100-jährige Spendentradition der Familien Guenther & Vanderbilt  ist bereits schon ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Geithain.

Geithain im 20. Jahrhundert

von Dr. Gottfried Senf

Das 20. Jahrhundert mit seinen Zäsuren 1918, 1933, 1945 und 1989/90 ist in Familiengesprächen weitaus präsenter als weit in der Stadtvergangenheit zurückliegende Themen. Seit Februar 2019 erscheinen in loser Folge auf der homepage und im Amtsblatt Beiträge zur Geithainer Zeitgeschichte. Hinweise, Ergänzungen oder Fragen zu den Quellen bitte über E-mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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