Rossmarkt Stadtplan1832 AusschnittMit dem grundhaften Ausbau der Nikolaistraße in Geithain, hat die Stadtverwaltung Geithain in der Unterstadt ein Verkehrszeichen mit der Aufschrift „Roßmarkt“, als touristischen Hinweis aufstellen lassen. „Roßmarkt“ in Geithain?
Bezugnehmend auf urkundliche Nachweise aus der Chronik der Stadt Geithain sowie einem Stadtplan aus dem Jahr 1832, hat sich im Kreuzungsbereich der heutigen Nikolaistraße und Leipziger Straße der sogenannte „Roßmarkt“ befunden. Ab dem Jahr 1500 fand in Geithain, zusätzlich zum Jahrmarkt im Sommer, auch ein weiterer, dreitägiger „Fasten- oder Frühjahrsmarkt“ oder „Laetare-Markt“ statt. Auf Grund dessen Bedeutung zur Beschaffung von besonderen Waren über dem täglichen Bedarf hinaus, durfte unter kurfürstlicher Erlaubnis seit dem Jahr 1620 auch ein Pferdemarkt zum „Laetare-Markt“ stattfinden. Da zu der Zeit die städtische Wasserversorgung noch mittels einfacher hölzerner Rohrleitungen und Zisternen abgesichert war, befand sich am unteren Ende der Rohrleitung in der Unterstadt ein Auslauf, der sogenannte „Entenpfuhl“ sowie der „Butterbrunnen“, welche den Pferden vermutlich als Tränken zur Verfügung standen. Gleichzeitig konnten die auswärtigen Pferdehändler im gegenüberliegenden Gasthof „Zum Schwarzen Bären“, heute katholische Kapelle St. Benno, übernachten. Um das Jahr 1869 wies der „Roßmarkt“ eine große Bedeutung für die Stadt auf. Jährlich wurden damals etwa 30 Pferde zum Verkauf angeboten. Trotz dem nicht mehr standfindenden Frühjahrsmarkt in Geithain erfolgten noch im Jahr 1909, nachweislich am 07. März sowie am 14. September, zwei Roß- und Viehmärkte. Mit der verstärkten maschinentechnischen Entwicklung in der Landwirtschaft ab dem 1. Weltkrieg, verloren jedoch die tierischen Helfer zunehmend ihre Bedeutung und der „Roßmarkt“ geriet in Vergessenheit.
Auf dem nun neugestalteten Platz an der Nikolaistraße, möchte die Stadtverwaltung Geithain mit einem geschichtlichen und touristischen Hinweis, zu der rund drei Jahrhunderte überdauernden Nutzung der Freifläche in der Unterstadt erinnern.
Quellennachweise: Wolfgang Reuter „Chronik der Stadt Geithain“, Teil 1 und Teil 2


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